• Stephan

CAMINO DE MADRID - Beschreibung der Strecke

Madrid - Sahagun 320 Km, am Camino Frances bis Santiago sind es weitere ca. 360 Km!

Schwierigkeit: mittel, ein längerer Anstieg über die Sierra de Guadarama, ein kurzer Anstieg aus dem Duerotal!

Spiritualität: Iglesia de Santiago im Zentrum von Madrid, Kathedralen in Madrid (Almudenakathedrale) und Valladolid! Einsame Strecken über die Sierra de Guadarama und im Bereich der Meseta!

Übernachtung: vorwiegend in Hostales, Pensionen, Casas Rurales, Hotels, einige kommunale und private Pilgerherbergen!

Frequenz: gering

Infrastruktur: Flughäfen in Madrid und Valladolid, Bahnanschluß in Madrid, Segovia, Valladolid und Sahagun!

Busverbindungen : Ein Schalter des Unternehmens ALSA direkt am Flughafen Madrid Barajas, In Madrid :Estacion de Autobusses Avenida America mit Busverbindungen in den Norden!

Literatur: englisch- u. spanischsprachige Wanderführer im Buchhandel!

Weitere Infos: Asociacion de Amigos de los Caminos de Santiago de Madrid,

www.demadridalcamino.org

Der Camino de Madrid ist einer der weniger bekannten und begangenen spanischen Jakobswege, hat aber einiges an Historik und Natur zu bieten!

Die Strecke bietet sich besonders für Personen an, welche nur ca. 2 Wochen Zeit haben, zu wandern, abseits der großen Wege gehen wollen und die Meseta lieben.

Einige Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten liegen auf seinem Weg.

Der Weg lässt sich in 2 Abschnitte einteilen:

  • Madrid – Segovia: Über das Gebirge, die Sierra de Guadarama

  • Segovia – Sahagun: Durch die Meseta!

Für die Freunde der Meseta wird diese Strecke ein Vergnügen sein, ist die Meseta doch besonders im Süden zwischen Segovia und dem Rio Duero eine völlig andere Meseta als man Sie vom Camino Frances zwischen Burgos und Leon kennt.

Madrid - Segovia

Auf den ersten 15 Km ist man mit dem Verlassen des Stadtgebietes von Madrid beschäftigt. Wer nicht zu Fuß im Zentrum beginnen will, kann auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis zu den Ortschaften Tres Cantos oder Colmenar Viejo fahren und dort in den Weg einsteigen.

Will man zu Fuß vom Zentrum von Madrid weggehen, so bietet es sich an, bei der Iglesia de Santiago oder der Almudena- Kathedrale zu beginnen. Mithilfe eines Stadtplanes sucht man sich einen Weg nach Norden zur Plaza de Castilla, einem großen Kreisverkehr mit 2 markannten Hochhausgebäuden. Die Silhouette dieser beiden Gebäude begleitet den Pilger für 2 Tage. Ab der Plaza de Castilla ist der Weg sehr gut mit gelben Pfeilen markiert. Zuerst folgt der markierte Weg einer breiten Ausfallstraße nach Norden und dann auf einem Pfad neben Autostraße und Bahnlinie bis zum Ort Tres Cantos. Von hier führt der Weg in ein Tal und weiter durch hügelige Landschaft bis nach Colmenar Viejo.

Weiter nach Norden wird die Landschaft steiniger und felsiger. Bei Manzanares del Real erreicht man den Fuß der Sierra de Guadarama. In der Nähe der Ortschaft gibt es eine beeindruckende kastilische Burg. Der Weg dreht Richtung Westen und führt am Fuß der Sierra entlang. Die Südseite der Sierra de Guadarama ist schroff und kahl, stellenweise gibt es mediterranes Mackiegestrüpp. Ca. 20 Km geht es am Gebirge entlang nach Westen bis zum Ort Cercedilla. Ab dort geht es wieder nach Norden steil über eine Kuppe und auf Pfaden in ein grünes bewaldetes Tal bis zum Talschluss. Hier beginnt eine gut erhaltene freigelegte Römerstraße auf welcher es ca. 2 Km hoch bis zum Paß Puerto de Fuenfria ( 1 796 m) weitergeht.

Die Römerstraße ist von einer erstaunlichen Breite. Nach dem Pass auf der Nordseite ist die Römerstraße überwachsen und nur mehr als Trasse erkennbar. Der Weg führt auf der Trasse durch Föhrenwald ca. 8 Km abwärts. An der Waldgrenze verliert sich die Trasse der Römerstraße und die Kathedrale von Segovia ist zum 1. x in der Ferne sichtbar. Durch Weiden und Felder führt der Weg talwärts bis Segovia.


SEGOVIA:

Wahrzeichen der Stadt ist der römische Aquädukt. Er ist aus Granitblöcken ohne Bindemittel errichtet und von beeindruckender Höhe und Länge. Die Altstadt von Segovia liegt auf einem Felsenhügel. Sehenswert sind der Alcazar und die Kathedrale. Für die Pilger liegt am Eingang der Kathedrale ein Buch auf, in welches sie sich eintragen können.

Die MESETA:

Nördlich von Segovia beginnt diese flache für Altkastilien so typische Landschaft die in ihrer Weite nur von Tafelbergen und wenigen eingeschnittenen Tälern unterbrochen wird. Einige Schieferkegel, Ausläufer der Sierra ragen nördlich von Segovia an einigen Stellen wie Inseln aus dem sandigen Boden. Die Wege und Pfade sind bis zum Rio Duero sandig und man sinkt bei jedem Schritt leicht ein. Bis zum Rio Duero geht es weiter nach Norden auf Feldwegen und Waldwegen durch viele Pinares, das sind lichte Föhren- und Kiefernwälder aus deren Bäumen Baumharz gewonnen wird. Die Ortschaften liegen im Schnitt 10 Km auseinander.

Von der Ortschaft Puente Duero kann man eine Variante über Valladolid in einer Art spitzem Winkel gehen und kommt bei Cigunuela wieder auf den Camino zurück (Ca. 25-30 Km)! Nach dem Rio Duero wird der Boden kalkhaltiger und in den Tälern felsiger. Die Pinares hören nach dem Duero auf und Bäume gibt es nur mehr entlang von Bächen.

Die Ortschaft Penaflor de Hornija liegt wie eine Festung auf dem Felsvorsprung eines Mesetatales. Ca. 5 Km vor Sahagun, in der Ortschaft Grajal de Campos gibt es eine sehenswerte mittelalterliche Burg. Die quadratische Burganlage verfügt über kein sichtbares Zugangstor.

Eine besondere Wanderzeit für die Meseta sind April und Mai. Zu dieser Zeit ist die Meseta tiefgrün und es gibt beeindruckende Lichteffekte. Wenn am Nachmittag und Abend dunkle Wolken von Westen heranziehen und sich mit dem dunklen grün der Meseta mischen kann die Stimmung bedrohlich-düster wirken. Wenn die Wolken die Sonne freigeben fällt helles Licht auf das tiefe Grün und es gibt an manchen Stellen Regenbögen. Die Landschaft hat mich an Bilder des Malers „El Greco“ erinnert der diese intensiven hell – dunkel Kontraste gekonnt auf Leinwand festhalten konnte. Diese hell-dunkel Kontraste waren für mich die sehr beeindruckende Momente in der Meseta.

Meine Etappen waren:

1. Tag: Madrid (Almudena-Kathedrale) – Colmenar Viejo 35 Km

2. Tag: Colmmenar Viejo – Cercedilla 34 Km

3. Tag: Cercedilla – Puerto de Fuenfria – Segovia 31 Km

4. Tag: Segovia – Sta. Maria la Real de Nieva 32 Km

5. Tag: Sta. Maria la Real de Nieva – Coca 22 Km

6. Tag: Coca – Valdestillas 41 Km

7. Tag: Valdestillas – Castromonte 45 Km

8. Tag: Castromonte – Villalon de Campos 41 Km

9. Tag : Villalon de Campos – Sahagun 40 Km

10. Tag : Camino Frances

Buen Camino!


Autor: Johann Bauer



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